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Nähen für Frauen

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Puuuuusteblumen

Es gibt Stoffe, die mich sofort fesseln. Bei denen ich es gar nicht abwarten kann, dass sie endlich vorgewaschen und getrocknet sind und am liebsten direkt starten würde. Bei denen ich schon auf den ersten Blick vor Augen habe, was daraus werden soll. Und bei denen ich schon vorher weiß, dass ich mich in dem fertigen Kleidungsstück wohl fühlen werde.

Näh.bar – Gloria von Milchmonster – Wickelkleid mit Bindebändern

Ich wusste beim Anblick dieses zarten Pusteblumen-Stoffes sofort, dass ich einen romantischen, etwas verspielten Kleiderschnitt brauche. Trotzdem sollte das Kleid geradlinig und schlicht werden. Mir kam direkt die Gloria von Milchmonster in den Kopf. Das Schnittmuster stand schon länger auf meiner To-Sew-Liste.Näh.bar – Gloria von Milchmonster – Wickelkleid mit Bindebändern

Näh.bar – Gloria von Milchmonster – Wickelkleid mit Bindebändern

Wickelausschnitte mag ich sehr gerne, da sie einfach etwas weiblicher aussehen als ganz normale Rundhalsausschnitte. Ganz nebenbei betonen sie das Dekolte sehr schön, ohne zu viel Preis zu geben – vor allem durch die Raffung bei diesem Schnitt. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der Wickelausschnitt nicht zu offen ist. Das habe ich leider schon bei dem ein oder anderen Wickelteil gehabt, das ich in den letzten Jahren gekauft oder genäht habe. So sehr ich Wickelausschnitte liebe, so unwohl fühle ich mich mit einem zu tiefen Ausschnitt. Ich muss ständig schauen, ob alles noch sitzt, bin unaufhörlich am Rumzuppeln. Bei diesem Schnitt hatte ich die Hoffnung, dass der Ausschnitt endlich einer ist, mit dem ich mich einfach wohlfühlen kann. Diese Hoffnung hat sich glücklicherweise erfüllt, der Ausschnitt ist wirklich toll. Ich habe die Raffung allerdings nicht ganz so weit auf die jeweils andere Seite laufen lassen, sondern 1,5cm „schmaler“ gemacht.

Näh.bar – Gloria von Milchmonster – Wickelkleid mit BindebändernNäh.bar – Gloria von Milchmonster – Wickelkleid mit Bindebändern

Um das Kleid noch ein bisschen verspielter zu machen habe ich – na, wer hätte es gedacht? – noch Bindebänder ergänzt! Auch wenn es vielleicht auf Dauer langweilig wird, aber ich mag Bindebänder einfach. Und mein neues Lieblingskleid kommt natürlich nicht ohne aus. Anders als bei meinem letzten Jerseykleid mit Bindebändern habe ich den Bindebandlook im Vorderteil nicht durch Teilung des Schnittmusters realisiert. Stattdessen habe ich ein dreigeteiltes Band genäht, das ich in die Seitennähte gefasst habe. So sieht es aus wie ein „echtes“ durchgängiges Band, das immer perfekt an Ort und Stelle bleibt, ohne Schlaufen annähen zu müssen. Erst hatte ich die Befürchtung, dass die Seitennähte an der Stelle zu dick werden, aber zu meiner Freude sind die Nähte trotzdem schlank geblieben.

Näh.bar – Gloria von Milchmonster – Wickelkleid mit Bindebändern

Da ich eine zierliche Passform habe wollte, habe ich mich entschieden die Rückenabnäher zu nähen und es war genau die richtige Entscheidung. Das Kleid saß direkt wie angegossen, ganz ohne Änderungen. Das Ergebnis ist ein total stimmiges Kleid, das ich sicher gerne und lange tragen werde und das sehr wenig Zeit im Kleiderschrank hängend verbringen wird 🙂 

Näh.bar – Gloria von Milchmonster – Wickelkleid mit Bindebändern

Alles auf einen Blick

Schnitt: Wickelkleid Gloria* von Milchmonster
Variante:Basiskleid mit Rückenabnähern
Größe: 32
Stoff: Jersey Pusteblumen von eLLus
Stoffverbrauch: 1,50m
Änderungen: Raffung an jeder Seite 1,5cm schmaler
Schwierigkeit:

 

Verlinkt: RUMS, AfterWorkSewing

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Mein Vintage-Blusenkleid

Huch! Hier war es schon wieder eine ganze Weile ruhig. Dafür habe ich jetzt aber eine ganze Reihe Kleidungsstücke, die ich euch gerne zeigen möchte. Den Anfang macht mein neues Kleid im Vintage-Look. In dessen Schnitt habe ich mich auf den ersten Blick verliebt: Irenes Kleid von Lotte & Ludwig.

Näh.bar – Irenes Kleid von Lotte und Ludwig – Musselin Vintage Kleid nähen

Wenn man sich in der deutschsprachigen eBook-Welt umschaut, findet man zum größten Teil Schnittmuster für dehnbare Materialien – zumeist Jersey oder Sweat. Eigentlich schade, denn auch aus Webware lässt sich Großartiges nähen. Vor allem wenn es mal ein kleines bisschen schicker und nicht so sportlich sein soll.

Näh.bar – Irenes Kleid von Lotte und Ludwig – Musselin Vintage Kleid nähen

Schnitt

Für viele Hobbynäher/-innen ist ein Reißverschluss häufig ein großer Hinderungsgrund. Der wird bei Kleidungsstücken aus Webware logischerweise recht häufig gebraucht. Gerade wenn sie auch nur annähernd eine körperbetonte Passform haben sollen – mal von Hosen und Oberteilen mit Gummizug abgesehen. Aber genau das ist das Wunderbare an diesem Kleiderschnitt: Es ist kein Reißverschluss nötig! Das locker geschnittene Blusenkleid bekommt erst durch das Binden der Schleifenbänder seine Taillierung.

Näh.bar – Irenes Kleid von Lotte und Ludwig – Musselin Vintage Kleid nähen

Svenjas Schnitte sind oft nicht mal eben innerhalb von 20 Minuten genäht, sondern deutlich aufwändiger und anspruchsvoller. Aber genau das liebe ich auch an ihnen. Und sie arbeitet bei den meisten Schnitten mit – genau – Webware! Ich habe mittlerweile einige ihrer Lotte & Ludwig Schnitte vernäht und bin jedes mal aufs Neue begeistert von der perfekten Verarbeitung und den tollen Details bei ihren Schnitten. Tropfenärmel, Wiener Nähte, Bewegungsfalte im Rücken, Schleifenband und Knopfleiste mit selbstgenähten Schlaufen – an kleineren oder größeren Besonderheiten mangelt es dem Blusenkleid definitiv nicht! Man lernt ja bekanntlich nie aus, und so hat man nach diesen Schnitten immer das Gefühl, seine Nähfertigkeiten wieder ein Stückchen weiter ausgebaut zu haben.

Näh.bar – Irenes Kleid von Lotte und Ludwig – Musselin Vintage Kleid nähen

Stoff

Für mein Kleid im Vintage Look habe ich mich für den Trendstoff Double Gauze (oder auch Musselin) entschieden. Es ist zwar nicht mein Musselin-Pilotprojekt (das werde ich euch auch noch zeigen), aber vor diesem aufwändigen Projekt aus Musselin hatte ich einen riesen Respekt und habe Stoff und Schnitt daher erstmal ein paar Tage nur aus großem Sicherheitsabstand auf mich wirken lassen. Könnte ja beißen 😉  Da nichts dergleichen passiert ist, hat mich dann aber doch ziemlich schnell die Nählust gepackt und ich habe es definitiv nicht bereut. Die Knopfschlaufen aus Musselin zu nähen und zu wenden grenzt ans Unmögliche, aber nachdem ich auch dafür eine Lösung gefunden habe (einfach beide Kanten längs eingeschlagen und dann längst gefaltet zusammengenäht), war der Rest des Kleides sehr entspannt zu nähen.

Näh.bar – Irenes Kleid von Lotte und Ludwig – Musselin Vintage Kleid nähen

Mich interessiert, wie es bei euch ist. Näht ihr gerne Kleidung aus Webware oder greift ihr lieber zu dehnbaren Stoffen wie Jersey und Sweat?

Näh.bar – Irenes Kleid von Lotte und Ludwig – Musselin Vintage Kleid nähen

Alles auf einen Blick

Schnitt: Irenes Kleid* von Lotte und Ludwig*
Größe: 34
Stoff: Double Gauze (Musselin)
Stoffverbrauch: 3m
Weiteres Material: Knöpfe
Änderungen: kürzeres Empire-Oberteil
Schwierigkeit:

 

Verlinkt: RUMS

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Blumenwald mit Bindebänder-Liebe

Der ein oder andere wird folgende Situation kennen: Das glitzert, das muss ich haben! Wo hier der Glitzer ist? Es gibt keinen, ich persönlich mag Glitzer nämlich gar nicht so gern. Aber dafür mag ich Bindebänder an Kleidern und Oberteilen. Bei mir ist es also: Es hat Bänder zum Binden, muss ich haben! 

Näh.bar – Toni von Milchmonster – Blumenwald von Lillestoff

Da ich mittlerweile nur noch einen geringen Anteil meiner Kleidung kaufe, muss ich mir die Bindebänder folglich selbst an die Kleidung nähen. Das kam bisher leider viel zu kurz, daher habe ich mir in den letzten Wochen eine ganze Reihe Kleider mit Bindebändern genäht, die ich gerne nach und nach zeigen möchte.

Näh.bar – Toni von Milchmonster – Blumenwald von Lillestoff

Der Stoff

Den Anfang macht dieses Kleid aus dem Blumenwald von Lillestoff. Als ich den Stoff gesehen habe war ich direkt hin und weg, aber gleichzeitig auch sehr unsicher. Der Stoff ist für meine Verhältnisse erstens sehr bunt und zweitens sehr groß gemustert. Ich habe mich dennoch entschieden, dem Stoff eine Chance zu geben und bin sehr glücklich mit meinem neuen Kleid. Viel größer dürften die Blumen aber tatsächlich nicht sein.

Näh.bar – Toni von Milchmonster – Blumenwald von Lillestoff

Der Schnitt

Ich habe auf die Toni von Milchmonster zurückgegriffen, die ich bereits 2015 schon einmal vernäht habe. Das daraus entstandene Kleid habe ich seitdem sehr oft getragen. Deshalb wurde es Zeit, erneut ein Kleid nach dem Schnitt zu nähen. Das körperbetont geschnittene Oberteil und der weite Rock passen einfach perfekt zu dem Stoff. Dieses mal habe ich mich für den V-Ausschnitt statt des runden Ausschnittes entschieden und bin sehr glücklich damit.

Näh.bar – Toni von Milchmonster – Blumenwald von Lillestoff

Meine Schnittänderungen

Ich habe an dem Schnitt einige Änderungen vorgenommen, um ihn an meine Vorstellungen anzupassen:

– Den Taillenbund habe ich um 7cm höher gesetzt und ihn 2,5cm breit gemacht. Das lässt mich optisch zumindest ein bisschen größer wirken als ich eigentlich bin 🙂

– In derselben Breite wie der Taillenbund habe ich die angesprochenen, 90cm langen, Bindebänder in die Seitennähte eingesetzt. 

Näh.bar – Toni von Milchmonster – Blumenwald von Lillestoff

– Die Dreiviertelärmel sind 1,5cm länger als im Schnitt angegeben, da mir die kürzere Länge immer leicht über die Ellenbogen rutscht beim Beugen der Arme

– Und zu guter letzt habe ich den Saum um 10cm verlängert. Im Original finde ich das Kleid schon sehr kurz, aber bei diesem Kleid wollte ich bewusst etwas mehr Länge und habe mich daher für eine Länge bis kurz übers Knie entschieden.

Näh.bar – Toni von Milchmonster – Blumenwald von Lillestoff

Alles auf einen Blick

Schnitt: Toni* von Milchmonster
Variante: Basiskleid mit Rundhalsausschnitt, Taillenbündchen und 3/4 Ärmel
Größe: 34
Stoff: Blumenwald* von Lillestoff
Stoffverbrauch: 1,50 m
Änderungen: siehe oben
Schwierigkeit:

 

Verlinkt: RUMS

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Ein Body im Grünen

Hallo ihr Lieben!
Ja, mich gibt’s noch 🙂 Und ja, ich nähe auch noch! Die letzten Wochen und Monate hat das Leben 1.0 meine volle Aufmerksamkeit gefordert und wir kamen einfach nicht dazu, Fotos von meinen frisch genähten Kleidungsstücken zu machen und sie euch zu zeigen. Darunter ist das ein oder andere Teil, das ich mittlerweile schon weit über 10 mal getragen habe und nun wirklich gerne zeigen möchte.

Passend zum hoffentlich andauernden Temperaturaufwind möchte ich als erstes etwas Kurzärmliges zeigen: Mein neuestes „Oberteil“ für einen meiner Lieblingsröcke (und der ist ausnahmsweise auch nicht selbstgenäht 😉 ). Allerdings ist mein Oberteil gar kein Oberteil, sondern ein Body. Ja, das sind die Teile, die man Babys und Kleinkindern gerne über ihre Windeln zieht. Aber was für Babys wirklich praktisch ist, hat auch für Erwachsene einen entscheidenen Vorteil: Die Oberteile unter den Röcken verrutschen nicht ständig und es gibt auch nicht mehr dieses ständige Zurechtgezuppel und Gerückte bis alles endlich so sitzt, wie es soll. Für mich genug Gründe, es mal mit einem selbstgenähten Body zu versuchen.

Meine Stoffwahl

Der zarte, dunkelblaue Viscose-Jersey hat es mir direkt angetan: Blumig verspielt und doch irgendwie sehr schlicht. Perfekt zum unifarbenen Rock. Oder zur Jeans, wenn das Oberteil mal ganz ohne Stoffwulst in die Hose gesteckt werden soll statt außen zu hängen. Für einen Body ist der Stoff perfekt, denn er umspielt weich die Figur, obwohl der Schnitt ja durchaus figurbetont ist.

Details zum Schnittmuster

Nach einem Schnitt für einen selbstgenähten Body habe ich schon länger gesucht und mich mit der Entscheidung sehr schwer getan. Das Rennen gemacht hat in diesem Fall die Frau Becky von Fritzi und Schnittreif. Den Schnitt kann man mit kurzen oder langen Ärmeln nähen und deckt alle Größen von XS bis XL ab. Aufgrund meiner Größe habe ich das Projekt „Bodynähen“ immer aufgeschoben, weil ich dachte, ich muss bestimmt an den Proportionen viel ändern. Dieser Schnitt passt mir allerdings ganz ohne Änderungen ausgezeichnet. Ich könnte mir vorstellen, dass größere Frauen den Schnitt in der Taille verlängern müssen. Am Zwickel habe ich mich übrigens gegen Jerseydruckknöpfe (zu dick?) und handaufgenähte Druckknöpfe entschieden und stattdessen ein Druckknopfband gewählt. Die Knöpfe wirken auf mich bequemer, weil sie kleiner und abgerundet sind. Und sie sind auch viel schneller aufgenäht als einzelne Knöpfchen – sehr praktisch 🙂

Alles auf einen Blick

Schnitt: Frau Becky* von Fritzi und Schnittreif (Papierschnittmuster)
Größe: S
Stoff: Viscose-Jersey von Hilco
Stoffverbrauch: 80cm
Weiteres Material: Druckknopf-Band
Schwierigkeit:

 

Verlinkt bei: RUMS

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Ein maritimer Pullover geht immer

Auf den Tag genau ist mein letzter RUMS 3 Monate her. Wow, ein Vierteljahr. Nach der langen Zeit freue ich mich riesig, wieder etwas genäht zu haben, das ich euch am Donnerstag zeigen kann. Lustigerweise habe ich heute einen maritimen Pullover für euch, der nach genau dem gleichen Schnittmuster genäht ist wie das Streifen-Oberteil vor meiner Pause. Wenn das mal kein Zufall ist!? 😉

Maritimer Pullover – Näh.barMaritimer Pullover – Näh.bar

Dieser Ankerstoff war Liebe auf den ersten Blick. Ich liebe die Farben, ich liebe das maritime Muster und der Stoff ist auf der Rückseite so kuschelig und trotzdem schön dünn und leicht. Der perfekte Stoff für einen ganz schlichten Basic-Pulli ohne Schnick-Schnack. Ich habe nur ein dunkelblaues Bündchen an den Halsausschnitt genäht. Der Stoff hat also viel Raum, um selbst wirken zu können.

Maritimer Pullover – Näh.bar

Die Änderungen des Originalschnittes

Wie schon erwähnt, habe ich bereits ein anderes Oberteil nach diesem Schnitt genäht. Vor einiger Zeit hatte ich mir anhand des besuchten Schnittkonstruktions-Kurses einen Grundschnitt für ein Rollkragenshirt selbst konstruiert. Für dieses Oberteil habe ich nur den Halsausschnitt bearbeitet. Sogar die Weite habe ich genauso gelassen, obwohl dieser Stoff wesentlich weniger elastisch ist als der Jersey letztes mal. Eine gute Entscheidung, denn der Pullover sitzt perfekt und hat sich in kürzester Zeit zu einem meiner Lieblingsteile im Schrank entwickelt.

Maritimer Pullover – Näh.barMaritimer Pullover – Näh.bar

Alles auf einen Blick

Schnitt: Eigener Grundschnitt (Mit MeinBasicPulli* oder Liv sollten ähnliche Oberteile möglich sein)
Stoff: Jaquardjersey* von Swafing
Änderungen: Halsausschnitt angepasst
Schwierigkeit:

 

Verlinkt: RUMS, AfterWorkSewing, 12Themen12Kleidungsstücke

Nähen für Frauen

Rollkragenshirt zum Blog-Geburtstag

Den heutigen Blogpost möchte ich gerne nutzen, um mich bei euch zu bedanken! Bei den treuen Leserinnen, die fast jeden Blogpost lesen, bei den Gelegenheitslesern und natürlich auch bei den vielen neuen Gesichtern, die jeden Tag über meinen Blog stolpern. Ich freue mich immer total über die vielen lieben Kommentare und E-Mails von euch, aber auch die Anregungen und Inspirationen, die ihr hier hinterlasst. Ohne euch wäre der Blog nicht das, was er ist und würde nichtmal halb so viel Spaß machen wie jetzt.

Mein Blog ist heute 2 Jahre alt geworden! Ganz still und heimlich (von meinem Mann kam heute aber eine Glückwunsch-SMS 🙂 ) – eine große Party passt einfach nicht zu mir. Aber den Anlass möchte ich gerne nutzen, um ein bisschen von dem Weg zu diesem Blog zu erzählen, aber auch was hier bei und aktuell so im Hintergrund alles passiert.

Näh.bar – Gestreiftes Rollkragenshirt aus Bio-Jersey vom Stoffonkel

Warum habe ich eigentlich mit dem Nähen begonnen?

Bis auf einige tolle Kleider, Hosen und Mäntel, die meine Mutter in unserer Kindheit für uns genäht hat, hatte ich lange Zeit überhaupt gar nichts mit dem Nähen zutun. Das Nähen kam erst (wie wohl bei den meisten) mit einem neuen Lebensabschnitt in mein Leben: Unserem Kind.

Ich war im 8. Monat schwanger und gerade wieder in die Heimat gezogen (mein Mann folgte mir erst ein paar Wochen später). Vor der Schwangerschaft habe ich fast jeden Tag in der Küche verbracht und gebacken. Mittlerweile konnte ich aber nicht mehr so lange stehen und mit Mini-Kind sind aufwendige Backprojekte nicht mehr so einfach realisierbar – ich brauchte also ein neues Hobby. Und ich wollte selbst noch etwas Sinnvolles und Individuelles für unseren Nachwuchs gestalten. Also habe ich viel Zeit im Quilt- und Patchworkladen meiner Schwiegermutter verbracht und mein erstes Nähprojekt, einen Krabbel-Quilt, genäht. Es hat nicht lange gedauert und ich war mit dem Nähvirus infiziert, der sich bis heute hartnäckig hält 😉

Näh.bar – Gestreiftes Rollkragenshirt aus Bio-Jersey vom Stoffonkel

Die Entstehung des Blogs

Vor diesem Blog gab es ein Fotoalbum auf meinem Handy, in dem ich alle meine Nähwerke gesammelt habe. Mein Mann hat all meine Sachen abgelichtet, damit ich meiner Schwiegermutter die fertigen Werke in Aktion zeigen und gezielt Fragen stellen konnte. Da er schon immer gerne fotografiert hat, wurden die Ansprüche an unsere Fotos immer größer und die Fotos professioneller. Zeitgleich habe ich das Gefühl gehabt, mir Notizen zu den Bildern machen zu müssen, um Dinge wie Schnittmuster und Größen im Überblick zu behalten. „Dann kann ich die Sachen ja auch gleich auf einen Blog stellen!“ Ja, warum eigentlich nicht!? Also haben wir einen Blognamen gesucht und eine Seite eröffnet. Das Resultat sehr ihr hier 🙂

Näh.bar – Gestreiftes Rollkragenshirt aus Bio-Jersey vom Stoffonkel

Was hier aktuell bei uns passiert

Alltag

Jetzt, 2 Jahre nach Blogstart, sind wir erneut im Umbruch. Die letzten Wochen haben viele kleinere und größere Änderungen mit sich gebracht: Unser Sohn geht seit ein paar Wochen in die KiTa, was vor allem meine Tagesplanung völlig auf den Kopf stellt. Bis August war ich eine Vollzeitmama, die dank Betreuung der Omas ein bis zwei Kurse pro Semester an der Uni belegen konnte. Den Mittagsschlaf und die Abendstunden habe ich für das Nähen und den Blog genutzt. Nun habe ich die Möglichkeit, meinem Studium wieder einen größeren Anteil in meinem Leben einzuräumen. Mein Mann hat sich beruflich weiterentwickelt, muss „nur noch“ seine Masterarbeit schreiben, hat zusätzlich eine Dozentenstelle angenommen und wird ganz bald länger arbeiten, da er selbst keine Vorlesungen mehr besuchen muss.

Näh.bar – Gestreiftes Rollkragenshirt aus Bio-Jersey vom Stoffonkel
Nähen

Aber auch mein Nähen selbst hat sich weiterentwickelt. Mit der Zeit habe ich angefangen, mir selbst Kleidung zu nähen, da gekaufte Kleidung oft nicht perfekt passte und meine Ansprüche höher wurden. Mit wachsender Näherfahrung kam bei mir aber die Erkenntnis, dass auch die meisten Schnittmuster nicht immer für jede Körperform optimal sind – wir sind halt alle anders gebaut. Die Ansprüche an Passform und Material wurden höher und ich war auch mit meinen genähten Sachen nicht mehr ganz zufrieden. Bereits im letzten Jahr habe ich einen Schnittkonstruktionskurs besucht, dieses Jahr einen für Passformkorrekturen. Ich werde zwar weiterhin viel nach Schnittmustern nähen, aber gerade Basic-Teile werde ich wohl anhand meiner Körpermaße selbst konstruieren. Es ist einfach ein wunderbares Gefühl, wenn ein selbstkreiertes und -genähtes Teil perfekt passt!

Näh.bar – Gestreiftes Rollkragenshirt aus Bio-Jersey vom Stoffonkel
Blog

Auch der Blog entwickelt sich immer weiter. Erst kürzlich bin ich auf eine selbstgehostete Seite umgezogen, habe mein Design verfeinert und ein neues Logo gestaltet. Die Veränderung hatte aber nicht nur optische Gründe, sondern auch praktische, denn ich möchte flexibler werden. Ein paar Sachen habe ich bereits in Planung, die ich hoffentlich ganz bald auf dem Blog umsetzen kann. Erst einmal beginnt jedoch diesen Monat das neue Semester und wir haben alle Hände voll zutun, unseren Alltag optimal zu sortieren, um möglichst viel Zeit als Familie zu haben. Ich freue mich total darauf, die vielen Ideen endlich umzusetzen, die mir seit langer Zeit im Kopf schwirren.

Näh.bar – Gestreiftes Rollkragenshirt aus Bio-Jersey vom Stoffonkel

Nähprojekt: Rollkragenshirt nähen

Wie schon erwähnt möchte ich gerne die Basisteile für meinen Kleiderschrank selbst konstruieren, damit sie perfekt sitzen und so eine gute Basis für ein Outfit bilden. Der tolle Bio-Jersey vom Stoffonkel liegt schon fast ein Jahr in meinem Stoffregal und wartete geduldig auf seine Bestimmung. Ich habe erst ein paar Probeshirts genäht, bis ich mich getraut habe, ihn endlich anzuschneiden. Obwohl ich bisher kein einziges Rollkragenteil im Schrank habe, liebe ich dieses Oberteil! Tailliert, trotzdem bequem, schick, dennoch alltagstauglich, mit perfekter Passform – der aufwändige Weg zu diesem Shirt hat sich für mich definitiv gelohnt! Ich kann nun mit dem Schnitt arbeiten und ihn nach Herzenlust verändern. Ich freue mich total darauf und hoffe darauf, bald Zeit kaufen zu können, um alle Ideen umsetzen zu können! 🙂

Näh.bar – Gestreiftes Rollkragenshirt aus Bio-Jersey vom Stoffonkel

Alles auf einen Blick

Schnitt: selbst konstruiert (ein ähnliches Rollkragenshirt ist z.B. die MAjuna* von Ki-Ba-Doo)
Stoff: Bio-Jersey* vom Stoffonkel
Schwierigkeit:

 

Verlinkt: RUMS, afterworksewing

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Eine Sommerheldin mit Covernähten

In meinem Bericht zum diesjährigen Lillestoff-Festival erzählte ich, dass ich dort einen Cover-Workshop belegt habe. Ich habe meine Coverstitch zwar schon eine ganze Weile hier stehen und nutze sie auch wirklich viel. Bisher nutze ich sie allerdings hauptsächlich zum schlichten Säumen oder in Verbindung mit meinem Bandeinfasser. Die sportliche Rückseite der Covernaht habe ich bisher nur an einer handvoll Kleidungsstücken verwendet. Hier und da haben sich immer wieder Fehlerchen eingeschlichen: Das Stichbild sah nicht einwandfrei aus und die Nahtanfänge bzw. –enden waren nicht sehr hübsch. Mit den Tipps aus dem Workshop gefallen mir meine Nähte jetzt endlich so gut, dass ich sie gerne als farbige Kontrastnähte nutzen wollte.

Näh.bar – Sommerheldin von Fred von Soho mit Covernähten

Warum der ungewohnt verspielte Stoff?

Nein, dieses Shirt ist nicht der Ausdruck einer ausgeprägten Katzenliebe 😉 Zum Üben brauchte ich ein Kleidungsstück, das längere Nähte besitzt als die Mini-Nähte bei unserem Sohn. Da mein Mann aktuell keinen Bedarf an neuen Oberteilen hat, sollte es also folglich ein Shirt für mich werden. Covernähte verleihen Kleidungsstücken in den meisten Fällen einen sportlicheren Look. Genau dieser gefällt mir an mir selbst allerdings meist gar nicht so gut. Wenn ich mir also etwas nähe, das nicht ganz meinem „Stil“ entspricht, dann mache ich es auch richtig und probiere einfach mal einen Stoff aus, den ich normalerweise wohl nicht gekauft hätte.

Näh.bar – Sommerheldin von Fred von Soho mit Covernähten

Um niedliche Motiv-Stoffe mache ich eigentlich einen großen Bogen. Ich habe euch ja schon mehrfach erzählt, dass ich nicht selten für einen Teenager gehalten werde – ein solcher Stoff würde diese Tendenz natürlich noch verstärken. Ich finde es zwar mittlerweile nicht mehr so schlimm, für so jung gehalten zu werden, provozieren möchte ich es aber auch nicht. Trotzdem genieße ich es ein oder zwei mal im Jahr, einen total süßen, fast kindlichen Stoff zu kaufen und mir etwas für zuhause zu nähen (letztes Jahr zB dieses Panda-Wohlfühloutfit). Ich bin spontan über diesen süßen, aber nicht zu bunten Stoff gestolpert. Als mein „Impulsivkauf“ dann hier ankam war ich total überrascht wie schlicht er eigentlich trotz des Motivs ist.

Näh.bar – Sommerheldin von Fred von Soho mit Covernähten

Zum Motiv-Stoff musste dann aber ein schlichter Schnitt her. Wie schon bei meinem letzten schlichten Oberteil habe ich mich auch dieses mal wieder für eine Sommerheldin entschieden. Mir gefällt die taillierte, aber trotzdem kaschierende, Passform einfach und ich greife sehr gerne auf diesen Schnitt zurück.

Näh.bar – Sommerheldin von Fred von Soho mit Covernähten

P.S.: Der kleine Mann findet das Shirt übrigens super und hat für den Rest-Stoff schon ein eigenes T-Shirt bestellt <3

Näh.bar – Sommerheldin von Fred von Soho mit Covernähten

Alles auf einen Blick

Schnitt: Sommerheldin* von Fred von SOHO
Variante:Rundhals-Ausschnitt, kurzarm
Größe: 32
Stoff: Katzen-Jersey von Stoff & Stil (leider nicht mehr erhältlich)
Schwierigkeit:

 

Verlinkt: RUMSAfterWorkSewing

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Bohemian Summer im September?

Mir ist bewusst, dass der Schnitt Bohemian Summer nicht umsonst seinen Namen trägt. Maxikleider sind einfach ein typisches Kleidungsstück für die warme Jahreszeit (bin ich die einzige, die es irgendwie seltsam findet, dass die längsten Kleider ausgerechnet in der wärmsten Jahreszeit Hochsaison haben?). Geplant hatte ich schon im Frühjahr, dass ich mir mindestens ein Maxikleid nähen würde. Anfangs kam der Sommer ja gar nicht aus den Puschen. Also habe ich auch mein Maxikleid-Projekt immer weiter aufgeschoben und auf die heißen Tage gewartet. Als sie endlich da waren, passte ein Maxikleid dann einfach nicht mehr in unseren vollen Tagesplan. Macht nichts, ich nähe auch im Frühherbst noch ein Maxikleid – momentan ist es hier zum Glück auch noch warm genug, das Kleid ganz ohne Jäckchen auszuführen!

bohemiansummer1

Lange Zeit habe ich mich nicht an Maxi-Kleider herangewagt – dieses hier ist meine Premiere. Normalerweise achte ich penibel darauf, dass Kleider und Röcke lieber kürzer als länger sind, um nicht darin zu versinken. Nach meinen Testläufen mit der Midi-Länge dieses Jahr (in rosa und schwarz-weiß) wollte ich nun aber auch die volle Länge ausprobieren.

bohemiansummer2

Maxikleider für kleine Frauen

Worauf beim Schnitt achten?

Als kleine Frau ist es vorteilhaft, kürzere Röcke und Kleider zu tragen. Mit meinen 1,55m gehöre ich definitiv zu den kurzen Frauen und habe bei diesem Kleid daher auf einige wichtige Details geachtet. Die Grundvoraussetzung war ein halbwegs schmaler Schnitt. Anderenfalls wirken kleine Frauen schnell breiter als hoch (und das will ja keiner (: ). Den grundsätzlich sehr variablen Rockteil habe ich daher auch nicht so breit zugeschnitten, um das Volumen der Kräuselung etwas einzudämmen. Die Länge des Rockes musste auf jeden Fall bis auf den Boden reichen, sonst wirkt das Kleid wie eines, dass nur aus Versehen zu lang geraten ist.

bohemiansummer3

Worauf beim Stoff achten?

Die Farbe des Viskose-Jerseys ist bewusst dunkel gehalten, denn dunkle Farben machen ja bekanntlich schmal. Auch ein kleinteiliges Muster erzielt diesen Effekt. Dazu kommt das Bündchen, das für eine schlanke Silhouette bewusst in unauffälliger Farbe gewählt wurde.

bohemiansummer4

Tipps zum Bohemian Summer

Beinfreiheit beachten

Wer es nicht gewohnt ist, Maxikleider zu tragen, muss sich vermutlich (so wie ich) erst an die eingeschränkte Beinfreiheit gewöhnen. Ich hatte den Umfang des Rockteiles ja absichtlich klein gehalten, um den Schnitt schlank zu belassen. Der Nachteil ist jetzt natürlich, dass ich nicht mehr riesengroße Schritte machen kann. Ihr solltet also vorher abwägen, was euch wichtiger ist und eventuell mehr Bein- (bzw. Schritt-)Freiheit einplanen.

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Oberteil eventuell anpassen

Dieser Hinweis geht an alle kleinen Frauen und solche mit kurzem Oberkörper und kleiner Oberweite: Ihr solltet das Oberteil spätestens vor dem Annähen an das Bündchen einmal anprobieren. Am besten wäre es sogar, wenn ihr vor dem Zuschnitt einmal ausmesst und das Oberteil direkt etwas kürzer zuschneidet. Bei mir führt das etwas zu lange Oberteil dazu, dass das Bündchen nicht unter der Brust, sondern in der Taille sitzt. Ich persönlich finde das nicht schlimm – sonst hätte ich es aufgetrennt – aber eigentlich sollte es unter der Brust sitzen.

bohemiansummer6

Bündchen eng anpassen

Probiert das Bündchen nach dem Zusammennähen wie in der Anleitung angegeben einmal an. Bei mir passte es gerade so, ich hatte aber das Gewicht des Kleides etwas unterschätzt. Beim nächsten Mal würde ich das Bündchen auf jeden Fall enger machen.

bohemiansummer7

Alles auf einen Blick

Schnitt: Bohemian Summer* von Lilabrombeerwölkchen
Variante:V- Ausschnitt vorne und hinten
Größe: 32
Stoff: Viskose-Jersey und Bündchen von Stoff & Stil
Stoffverbrauch: 1,5m
Schwierigkeit:

 

Verlinkt: RUMS, AfterWorkSewing

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Mein rosa Chiffon-Kleid oder: Was trage ich bloß zu der Hochzeit?

Die Hochzeitseinladung liegt seit Wochen auf dem Schreibtisch. Fragen nach meinem Outfit habe ich bisher immer mit „Ich habe ganz sicher was passendes im Schrank“ abgetan. Eigentlich habe ich ja auch genug Kleider, die ich zu selten trage. Drei Wochen vor dem großen Tag habe ich dann aber doch mal meinen Kleiderschrank etwas genauer inspiziert. Überzeugend war der Anblick allerdings nicht. Gerade als Hochzeitsgast kann man mit seinem Outfit in so manche Fettnäpfchen treten: Weiß, Cremetöne, Schwarz und knallige Farben wie Rot sind meist tabu auf einer Hochzeit. Gleichzeitig sollte der Schnitt nicht alltäglich sein, aber die Braut natürlich auch nicht in den Schatten stellen. Was macht man nun also, wenn man wenn man nichts passendes für eine Hochzeit im Kleiderschrank hat? Richtig: Shoppen gehen oder selber nähen! Dreimal dürft ihr raten, wofür ich mich entschieden habe (-;

Näh.bar – Rosa Chiffon Kleid nähen (mit Spitze) – Hochzeitsgast

Tüll oder Chiffon? Und das Futter?

Eine genaue Vorstellung meines Kleides habe ich ziemlich schnell gehabt, also ging es direkt auf die Suche nach Stoffen und Material. Ursprünglich wollte ich ein Kleid aus rosa Tüll nähen. Das habe ich aber ganz schnell wieder verworfen, da ich das als Gast auf einer Hochzeit nicht angemessen finde. Daher war dann Chiffon das Material meiner Wahl: Ein wunderschöner, weicher und toll fallender Stoff – aber total (Entschuldigung!) bescheuert zu vernähen! Mangels Alternativen habe ich mich also wohlwissend für einen zickigen Stoffe entschieden (und es während des Nähprozesses trotzdem mehrfach geflucht).

Näh.bar – Rosa Chiffon Kleid nähen (mit Spitze) – Hochzeitsgast

Einen schönen Chiffon in einem zarten Rosa hatte ich relativ schnell gefunden. Nur das Futter hat mir etwas mehr Kopfzerbrechen bereitet. Ich bin kein großer Freund von Polyesterstoffen und vermeide sie, so gut es geht (vor allem im Sommer). Nach kurzer Recherche habe ich dann einen dünnen Baumwoll-Batist gefunden, der mir gefiel. Ein dünner Stoff, der farblich unter dem transparten Chiffon nicht zu stark in Erscheinung tritt, aber dennoch das Kleid blickdicht macht.

Näh.bar – Rosa Chiffon Kleid nähen (mit Spitze) – Hochzeitsgast

Mein Schnitt

Im Kopf war das Kleid schon fertig genäht, bevor die Stoffe überhaupt bei mir ankamen. Nicht die beste Voraussetzung, um ein passendes Schnittmuster zu finden. Zu meinen wunderschönen Stoffen wollte ich unbedingt meinen Schnitt finden. Nach stundenlanger erfolgloser Suche habe ich mich schließlich für den vermeintlich einfacheren Weg entschieden: Den Schnitt anhand meiner Idee im Kopf selbst zusammenbasteln. So wirklich bewusst war mir im Moment dieser Entscheidung nicht, wie viel Arbeit ich mir damit aufhalsen würde. Das Kleid ist also Marke Eigenbau – Schritt für Schritt näher an mein Kleid.

Näh.bar – Rosa Chiffon Kleid nähen (mit Spitze) – Hochzeitsgast

Da ich nicht davon ausgehe, dass sich ein blutiger Anfänger an solch einem Projekt versucht, beschreibe ich meine Arbeitsschritte nur grob. Falls es trotzdem noch Fragen gibt, beantworte ich sie gerne unten in den Kommentaren oder per Email (:

Näh.bar – Rosa Chiffon Kleid nähen (mit Spitze) – Hochzeitsgast

Oberteil

Begonnen habe ich mit dem aufwendigsten Part: Dem Oberteil. Mithilfe meiner verstellbaren Schneiderpuppe habe ich zuerst ein schlichtes, hochgeschlossenes Oberteil mit Wiener Nähten aus einem Probestoff gefertigt. Bei der Anprobe saß es schon so, dass ich vorne den gewünschten Ausschnitt in Wickeloptik abstecken und anzeichnen konnte. Am Rücken habe ich mich für einen halbtiefen V-Ausschnitt entschieden, der genau an der Oberkante des BHs endet (stressiges BH-Versteckspiel geschickt umgangen. Puh!). Auch hier habe ich abgesteckt und angezeichnet und auf Grundlage meines bemalten Probeteils einen Papierschnitt erstellt. Dieses Verfahren habe ich noch zwei mal wiederholt, bis das Oberteil endlich perfekt saß. Das schreibt sich so schnell, in Wirklichkeit hat der Prozess ewig gedauert und zwischenzeitlich habe ich wirklich gedacht, dass das Kleid niemals pünktlich fertig werden würde. Drei Probeoberteile und vier Papierschnitte später saß das Oberteil also. Naja, zumindest das Futter davon. AAAAH!

Näh.bar – Rosa Chiffon Kleid nähen (mit Spitze) – Hochzeitsgast

Den Chiffon wollte ich nicht einfach in doppelter Stofflage auf das Futter nähen, sondern in Fältchen gelegt drapieren. Das hat vor allem praktische Vorteile: Meine Wiener Nähte des Futters werden versteckt und ganz nebenbei zaubern sie noch ein klein wenig mehr Volumen, wo wenig ist. Für das Chiffon-Oberteil habe ich mir meinen Futter-Schnitt kopiert und die Kopie im Bereich der Falten so auseinander gezogen, dass in der Theorie mein Wunschoberteil dabei herauskommen müsste.

Näh.bar – Rosa Chiffon Kleid nähen (mit Spitze) – Hochzeitsgast

Die Rechnung habe ich allerdings nicht mit meinem Chiffon gemacht. Zum Glück habe ich mehr als genug gekauft und ein bisschen ausprobieren könnte. Da der Chiffon-Teil im Gegensatz zum Futter keine Teilungsnaht besitzen sollte, habe ich aufgegeben und einfach ein großes Stück Chiffon drapiert, an der Puppe ordentlich gesteckt und dann geschnitten. Anhand dieses Teils habe ich ungefähr abschätzen können, wie sich der Chiffon ohne Teilungsnaht über der Brust verhält und meinen Schnitt erstellt. Auf diese Weise hat das ganze dann relativ gut geklappt und nach gefühlten 100 Arbeitsstunden war mein Oberteil tatsächlich fertig. Futter und Chiffon sind übrigens miteinander verstürzt, sodass ich mir um Arm- und Ausschnittabschluss keine Gedanken mehr machen musste.

Näh.bar – Rosa Chiffon Kleid nähen (mit Spitze) – Hochzeitsgast
Rock

Der Rock war wesentlich einfacher zu realisieren. Für das Futter habe ich mich für einen schmalen Bleistiftrock mit Abnähern vorne und hinten entschieden. So lenkt der Futterrock kaum von dem eigentlichen Chiffon-Rock ab, sondern bleibt dezent im Hintergrund. Der Chiffon-Rock ist ein rechteckiger Zuschnitt über die gesamte Stoffbreite mit meiner gewünschten Rocklänge. Den Chiffon habe ich an der oberen Seite gerafft und gemeinsam mit dem Futterrock an das Oberteil genäht. In der Rückennaht befindet sich bis zur Hälfte des Rockes ein nahtverdeckter Reißverschluss. Die Röcke sind schlicht gesäumt und das Kleid in seinen Grundzügen fertig.

Näh.bar – Rosa Chiffon Kleid nähen (mit Spitze) – Hochzeitsgast

Details

Da ein Kleid nur aus Chiffon zu langweilig war, habe ich noch eine rosa Spitze mit Bogenkante und ein Satinband ergänzt. Das Satinband betont die Taille und wirkt so einem sackartigen Kleid entgegen. Außerdem liebe ich Kleider mit Bindebändern. Eine Zeit lang hatten bei mir alle Kleider im Schrank Bindebänder im Rücken. Das Band habe ich mit der Hand mit ein paar Stichen in den Seitennähten fixiert und die Enden mit einem Feuerzeug fixiert.

Näh.bar – Rosa Chiffon Kleid nähen (mit Spitze) – Hochzeitsgast

Der letzte Schritt waren die Spitzendetails. Der (absichtlich) sehr offene Wickelausschnitt wurde mit einem Dreieck aus rosa Spitze hinterlegt und mit der Hand am Futter fixiert. So habe ich einen hübschen tiefen Ausschnitt, aber trotzdem ist alles verdeckt und ich erspare mir ein ständiges Gezuppel am Ausschnitt. Als letztes waren die kleinen Ärmelchen an der Reihe, auch diese sind ganz unkonventionell mit der Hand von innen am Futter befestigt. Fertig!

Näh.bar – Spitzenärmel an Rosa Chiffon Kleid nähen – Hochzeitsgast

Ende gut alles gut?

Zwischenzeitlich bin fast verzweifelt und hätte das Kleid am liebsten in die Ecke gepfeffert. Ich habe ehrlich gesagt bis zum Reißverschluss nicht daran geglaubt, dass das Kleid jemals tragbar sein würde. Manchmal zahlt es sich aus, die Zähne zusammen zu beißen und einfach weiter zu machen. Ich bin sehr glücklich, dass mir das Projekt (fast) so gut geglückt ist, wie ich es mir vorgestellt habe. Die Kleiderfrage war also geklärt. Also Ende gut alles gut? Naja, nicht so ganz. Wir musste die Hochzeit leider kurz vorher noch absagen, mein Kleid hängt also leider noch (fast) ungetragen im Schrank. Ich bin aber ganz zuversichtlich, dass irgendwann der passende Anlass kommen wird – wird ja zum Glück nicht schlecht! (:

Alles auf einen Blick

Schnitt: Eigenkreation
Stoff: Chiffon, Batist* und Spitze
Weiteres Material: Satinband* und Nahtverdeckter Reißverschluss
Schwierigkeit:

 

Verlinkt: RUMS

Nähen für Frauen

Back to Basic

In den letzten Wochen habe ich fast ausschließlich aufwändige Kleider und Röcke genäht. Teilweise sind sie nicht für den Alltag mit Kind gedacht, sondern für besondere Anlässe. Aber ich möchte mir nicht nur hübsche Kleider nähen und dann für den Haushalt und das Toben mit Mini auf die ältere Garderobe zurückgreifen müssen. Deshalb ist es mal wieder Zeit für etwas Unkompliziertes, Schlichtes, Schnelles.

Näh.bar – Basic Shirt nähen nach dem Schnitt Sommerheldin von Fred von Soho

Vor allem „schnell“ kommt mir aktuell sehr entgegen. Wer mir auf Instagram folgt, hat sicher schon gemerkt, dass ich in letzter Zeit auffällig (oder unauffällig – wie man es nimmt hihi) ruhig bin. Unser Familienleben ist momentan vollgestopft bis oben hin und wir arbeiten uns täglich durch ellenlange To-Do-Listen. Gerade am Ende solch anstrengender Tage brauchen wir einen Ausgleich. Mein Mann setzt sich also abends an den Computer, ich widme mich dem Nähen. Meist bin ich schon so k.o., dass ich es gar nicht bis an die Nähmaschine schaffe. Bereits in der Planung oder beim Zuschneiden werde ich so müde, dass wir lieber früher ins Bett gehen.

Näh.bar – Basic Shirt nähen nach dem Schnitt Sommerheldin von Fred von Soho

Zum Basic-Schnitt

Da kommt mir ein Basic-Schnitt natürlich sehr gelegen, der passenderweise genau in dem Moment neu erschien, als ich auf der Suche nach einem schnellen und einfachen Nähprojekt war. Die Basic-Teile haben sich nach der letzten Aufräumaktion in meinem Kleiderschrank ohnehin rar gemacht. Da der Sommer bisher nicht so wirklich in Schwung gekommen ist und ich schon einige Sommerteilchen genäht habe, ist es ein einfaches Shirt mit 3/4-Arm geworden. Das Shirt selbst war ruckzuck genäht, aber ich wollte zumindest ein kleines Detail noch einbringen.

Näh.bar – Basic Shirt nähen nach dem Schnitt Sommerheldin von Fred von Soho

Vor ein paar Wochen habe ich mir einen Satz Motiv-Druckknöpfe für Mini und mich bestellt, die ich zu meiner Schande noch gar nicht benutzt habe. Dabei sind sie so süß! Für meine Herz-Knöpfchen habe ich mir kleine Ärmel-Riegel gebastelt und so das ganze Shirt etwas sportlicher gemacht.

Näh.bar – Basic Shirt nähen nach dem Schnitt Sommerheldin von Fred von Soho

Der Stoff

Den Stoff habe ich schon ein paar Wochen hier liegen, bisher hatte ich aber keine Lust ihn anzuschneiden. Nein, dieses mal nicht weil er einfach zu schön zum Zerschneiden ist (obwohl er wirklich toll ist), sondern weil ich mich so über den langen Weg von der Bestellung zur Ankunft so geärgert habe, dass mir glatt die Lust vergangen ist, ihn zu vernähen. Obwohl mich die lange Zeit an sich seit der Vorbestellung im Januar gar nicht so gestört hat. Vielmehr hat mich gestört, dass nur auf Nachfrage die Auskunft kam, warum es länger dauert. Und auch das hat sich wieder verzögert und wieder keine Auskunft.

Das hat mir irgendwie den ganze Spaß an diesem hübschen Stöffchen verdorben als es statt nach 5 Wochen erst nach 13 Wochen endlich hier angekommen ist. Also habe ich ihn erstmal beiseite gelegt und die Sache auf sich beruhen lassen. Und nun war es endlich soweit, dass ich Lust hatte den Stoff zu diesem Basic-Shirt zu vernähen

Näh.bar – Basic Shirt nähen nach dem Schnitt Sommerheldin von Fred von Soho

Alles auf einen Blick

Schnitt: Sommerheldin* von Fred von SOHO
Variante:Rundhals, langarm
Größe: 32
Weiteres Material: Druckknöpfe von 3exter (Wer nicht in Schweden bestellen möchte, bekommt sie aber auch hier)
Schwierigkeit:

 

Verlinkt: RUMSAfterWorkSewing